|
Kommunikationstraining |
Der Grundvorgang für eine leistungsstarke zwischenmenschliche Kommunikation ist vor allem folgender: Der Sender gibt in Aussehen und Handeln zu erkennen, dass er verstanden werden will und sorgt dafür, dass er verstanden wird (Kommunikationsabsicht). Der Empfänger gibt in Aussehen und Handeln zu erkennen, dass er verstehen will und sorgt dafür, dass er versteht. Klarheit und Teilung der Rollen, d.h. der Sender sendet und der Empfänger empfängt. Die Teilnehmer versuchen nicht beides zugleich zu tun. Fähigkeit des Gefühlsausdrucks mit dem Können, sich auf der Ebene der Gefühle mitzuteilen, dies unter Einsatz von Einfühlungsvermögen und akzeptierender Zuwendung. Stimmigkeit zwischen dem, was man fühlt und dem, was man sagt; Aufmerksamkeit und Interesse sind niemals unecht. Unabsichtliche und absichtliche destruktive Manipulationsversuche müssen bei sich selbst und anderen erkannt werden, um die Beseitigung von Störungen durch genaues Wahrnehmungsvermögen und Feedback zu bewirken. Persönliche Merkmale: Selbstbild, Ängste, Energieniveau, Sensibilität und nicht zuletzt die Bereitschaft, sich etwas beibringen zu lassen, sind mitbestimmend für die Fähigkeit einer Person, erfolgreich zu kommunizieren. Die zwischenmenschliche Kommunikation beruht zu 55 % auf der Körpersprache. Die Worte wirken auf das Bewusstsein eines Menschen, seine Körpersprache wirkt dagegen auf sein Unbewusstes. Ähnlichkeiten im Erleben und im Gesprächsverhalten Ihres Kommunikationspartners werden von Ihnen unbewusst wahrgenommen und stärken die Verbindung zwischen Ihnen merklich. Die Körpersprache eines Menschen sanft zu "spiegeln" ist einer der effektivsten Wege, einen guten Kontakt und eine gute Verständigung zu schaffen. Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Sprachgeschwindigkeit und den Tonfall zu "spiegeln" kann die Kommunikation sehr günstig beeinflussen. Gute Kommunikatoren wenden diese im Grunde natürliche Art zu kommunizieren an, um den unmittelbaren Kontakt zu anderen herzustellen und ihn zu verstehen. Durch die Anwendung dieses Phänomens kann man den Gesprächspartner dazu bringen, einem gedanklich zu folgen. Viele Defizite in der Kommunikation lassen sich durch "gedankliche Verankerungen" positiv ausgleichen. Immer dann, wenn zwei Ereignisse gemeinsam (assoziativ) auftreten und zueinander in positiver Beziehung stehen, verfestigt sich deren Verknüpfung dauerhaft. Das Auftreten eines Ereignisses bedingt das Erscheinen des anderen. Gedankliche Verankerungen werden z.B. durch Berührung, Wort, Gesten, Körperhaltung und Gerüche in der Kommunikation gesetzt und markiert. Dabei können jederzeit assoziative Erinnerungen aus der Biographie des Kommunikators freigesetzt werden Gedankliche Verankerungen, die positive Reaktionen beim Gesprächspartner auslösen, sollen in der zwischenmenschlichen Kommunikation auf jeden Fall verstärkt werden. Dagegen sollen Verankerungen, die negatives Verhalten beim Gesprächspartner zur Folge haben, vermieden werden. Der Klang und die Modulation der Stimme, Sprechgeschwindigkeit, Pausen und Versprecher, Sprachfehler oder Dialekt sind ebenfalls bedeutungsvoll und wichtig für eine gute Kommunikation. Dazu kommen Aspekte des verbalen Verhaltens wie bestätigende Laute wie "mm" oder "aha", die anstelle von oder parallel zu Kopf- und Handbewegungen ihre ergänzenden Aufgaben in widersprüchliche Satzstrukturen erfüllen. Die Hauptzwecke der verbalen Kommunikation sind folgende: Egozentrische Äußerungen, Fragen Beeinflussung des Verhaltens anderer, Informationsübermittlung über Tatsachen und Meinungen, Herstellung und Aufrechterhaltung von Beziehungen.Äußerungen können dabei grundsätzlich belohnend oder strafend sein. Zwischenmenschliche Kommunikation ist gleichzeitig verbal wie auch nonverbal. Die verbale Kommunikation ist auf die nonverbale häufig angewiesen. Empfänger und Sender müssen ständig Aufmerksamkeit und Gegenwirkung deutlich zeigen. Es wird dabei geregelt, wer gerade spricht und wer zuhört, Einstellungen und Absichten signalisiert. Gesten illustrieren das Sprechen und Feedback wird benötigt, um zu erkennen, ob die Mitteilungen angekommen sind. Wenn nonverbale Methoden versagt haben, kann man auf Sprechen zurückgreifen. Nonverbale Signale können dagegen nur sehr begrenzt die Funktion von Wörtern übernehmen. Merkmale guter und schlechter zwischenmenschlicher Kommunikation: In zwischenmenschlichen Beziehungen ergeben sich drei kommunikative Absichten: Der Sender sagt über sich selbst aus (Selbstoffenbarung), über Dinge und Sachverhalte (Sachinhalt) oder er versucht die Einstellungen und/oder das Verhalten des Empfängers zu beeinflussen
(Appellfunktion).Der "gute Sender" übermittelt seine Mitteilungen deutlich, rasch, genau und auf eine Weise, die dem Zuhörer leicht verständlich ist. Dabei sollten folgende Punkte berücksichtigt werden: Kommunikationsabsicht, Klarheit und Aufteilung der Rollen, Fertigkeiten im Umgang mit der Sprache, Fähigkeiten des Gefühlsausdrucks, Kongruenz (Übereinstimmung auf der Sach- und Beziehungsebene), Wertschätzen, wertfreies einfühlendes Verstehen. Der gute Empfänger erleichtert die Übermittlung, vergewissert sich, dass er das Gesendete verstanden hat und bestätigt dann mit Festigkeit, dass er die Mitteilung erhalten hat. Zu einer positiven zwischenmenschlichen Kommunikation gehört ebenfalls das aktive Zuhören. Zuhören ist keineswegs eine passive Kunst. Der leistungsstarke Empfänger zeichnet sich besonders dadurch aus: Er konzentriert sich mit einem großen Teil seiner Aufmerksamkeit auf den Sender; er weiß, wie er die übermittelte Information überprüfen kann, er versteht sich darauf, in seinem Feedback dem Sender für seine Kommunikation Belohnungen einzubauen, und er kann die Gefühle und Gedanken, die hinter der von ihm empfangenen Mitteilung stecken, verstehen. Aktives Zuhören lässt sich in Paraphrasieren (etwas verdeutlicht umschreiben) und Verbalisieren unterteilen. Während das Paraphrasieren die eigentliche verbale Wiedergabe des sachlichen Inhalts einer Äußerung darstellt, wird bei der Verbalisierung die konzentrierte Zusammenfassung der wesentlichen Punkte einer Aussage wiederholt. Paraphrasieren und Verbalisieren müssen ausgeglichen und präzise wiederholt werden. Sie rufen beim Sender die verstärkte Produktion weiterer wie sachlicher Mitteilungen hervor und fördern damit eine positive Kommunikation. Ein erheblicher Verstärkungswert beim aktiven Zuhören liegt darin, dass man seine eigenen Gedanken und Gefühle von einem Zuhörer, der offensichtlich versucht, zu verstehen, wiederholt bekommt. Fast jeder kann in relativ kurzer Zeit Geschicklichkeit im aktiven Zuhören erwerben. |